Wer heute durch eine Stadt geht, gewinnt schnell den Eindruck, dass vieles gleichförmiger geworden ist. Während früher, ganz im Stil von Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt, Individualität, auffällige Farben und persönliche Gestaltung stärker das Bild des Alltags prägten, dominieren heute häufig dezente Farbtöne und schlichte Designs. Graue Autos auf den Straßen, minimalistische Wohntrends oder der sogenannte „Sad Beige“-Trend sind nur einige Beispiele dafür, wie sehr sich bestimmte Ästhetiken verbreiten und unser Umfeld prägen.
Diese Entwicklung zeigt sich auch in den sozialen Medien: Egal, ob LinkedIn, Instagram oder Facebook . Wer heute eine Plattform öffnet, stellt schnell fest, dass sich viele Inhalte in gewisser Weise stark ähneln. Es sind nicht nur die gleichen Songs, Trends oder Videokonzepte, die uns in einer nicht enden wollenden Schleife begegnen, sondern auch Texte und Bilder. Selbst wenn diese unterschiedliche Themen behandeln, erwecken der immer gleiche Aufbau und die sich ständig wiederholenden Phrasen den Eindruck, als würde Social Media immer mehr zum Einheitsbrei werden. Doch woran liegt das eigentlich?
Eigene Formate, Trends oder Videoideen zu entwickeln, ist mit hohem Aufwand verbunden. Vor der Veröffentlichung bleibt unklar, wie der Post tatsächlich bei der Zielgruppe ankommt und wie viel Aufmerksamkeit er erzielen wird. Für viele Creator:innen und Unternehmen birgt das ein großes Risiko, besonders weil ein Account von ständiger Aktivität lebt.
Um dennoch regelmäßig Posts hochladen zu können, greifen viele Creator:innen auf bereits erfolgreiche Formate und damit zugleich auf Sicherheit zurück. Auch Algorithmen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Plattformen wie Instagram, TikTok oder LinkedIn zeigen Nutzer:innen vor allem Inhalte, die ihre eigenen Interessen widerspiegeln. Je öfter die User: innen mit spezifischem Content interagieren, desto wahrscheinlicher werden ähnliche Themen immer und immer wieder angezeigt. Diese sogenannten Filterblasen beeinflussen dann auch die eigene Inspiration.
Zusätzlich erleichtern verschiedene digitale Tools die Erstellung von Content und verändern damit auch die Art und Weise, wie Inhalte produziert werden. Videoschnittplattformen wie CapCut bieten beispielsweise zahlreiche vorgefertigte Templates, in die eigene Aufnahmen, Texte oder Bilder eingefügt werden können. Dadurch lassen sich aufwendige Videoformate, die früher viel Zeit und technische Kenntnisse erfordert hätten, mit wenigen Schritten umsetzen. Ähnlich funktioniert Canva im Bereich der visuellen Gestaltung: Durch eine Vielzahl an Vorlagen für Social-Media-Posts, Präsentationen oder Grafiken können Nutzer:innen schnell professionelle Designs erstellen, ohne diese vollständig selbst entwickeln zu müssen.
Auch künstliche Intelligenz findet zunehmend Anwendung in der Content-Produktion. Sie wird beispielsweise genutzt, um neue Ideen zu generieren, Themenvorschläge zu entwickeln oder passende Formulierungen für Captions und Texte zu erstellen. Gerade für Creator:innen und Unternehmen bieten diese Tools eine Möglichkeit, regelmäßig neue Inhalte zu veröffentlichen und Produktionsprozesse effizienter zu gestalten.
Gleichzeitig beeinflussen diese Hilfsmittel jedoch auch die Gestaltung der Inhalte. Da viele Nutzer:innen auf dieselben Vorlagen, Trends und automatisierten Vorschläge zurückgreifen, entstehen wiederkehrende Strukturen und visuelle Muster. Was einerseits die Erstellung von Content erleichtert, kann andererseits dazu führen, dass Beiträge zunehmend ähnlichen Prinzipien folgen und sich dadurch weniger voneinander unterscheiden.
Die tägliche Informationsflut, in den sozialen Medien macht es Unternehmen zunehmend schwieriger, Aufmerksamkeit zu gewinnen. Nutzer:innen sehen beim Öffnen der Apps innerhalb weniger Minuten zahlreiche Beiträge, die sich oft sehr stark ähneln. Meist gewinnen die Formate mit echtem Mehrwert oder einer persönlichen Note die Aufmerksamkeit der Zielgruppe, während ähnliche Formate meist nur kurz angeschaut oder direkt übersprungen werden. Mehrwert bieten beispielsweise hilfreiche Tipps und Tricks aus dem eigenen Expertengebiet, spannende Beispiele oder auch persönliche Erfahrungen und Einblicke. Denn Nutzer:innen erinnern sich später nicht mehr an den nachgemachten Trend, sondern an Inhalte, die authentisch wirken und Ihnen wirklich weitergeholfen haben.
Trends, erfolgreiche Formate und Tools, die einem manche Prozesse erleichtern, sind heutzutage im Social-Media-Bereich nicht mehr wegzudenken. Sie können dabei helfen, effizienten Content zu erstellen und aktuelle Themen aufzugreifen. Diese Möglichkeit muss allerdings richtig genutzt werden.
Hierbei geht es nicht darum jeden Trend direkt nachzustellen und überall mit den aktuellsten Ereignissen zu glänzen, sondern der eigenen Zielgruppe Formate und Content zu bieten, der echten Mehrwert bietet. Eine Mischung aus aktuellen Trends und Themen, die abgespeichert werden könnten, bieten dabei die richtige Balance und führt zu Content, der heraussticht und gerne gesehen wird.